surf-house

das Infoportal zum Surfen und Wellenreiten in Europa

 
  • Schrift vergrößern
  • Standard Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Supertubos in Peniche

Supertubos in Peniche, die kleine Schwester von Banzai Pipeline

ich erinnere mich so gut als wäre es gestern gewesen, mein erstes Erlebnis am Strand von Supertubos in Peniche um 1994 muss es gewesen sein. Damals wohnte ich direkt in Peniche bei Antonio Leopoldo und einem seiner zahlreichen weiteren Gäste Buddha unter einem Dach. Nach drei oder vier Monaten des Sommersurfs in Peniche und meist kleinen Wellen am südlich gelegenen Strand Supertubos, nach unzähligen Geschichten was für eine Wahnsinns Welle Supertubos denn wäre, wurde die ultimative End-Summer Party für den 18. September angekündigt.

Supertubos Party All Night Long

Nachdem ich die Geschichten der Locals schon unzählige Male gehört hatte, aber immer noch fand das es ein schönes Bild gewesen sein muss, als der erste Aussi Surfer Mitte der Siebziger Jahre einem kleinen Jungen ein Surfboard schenkte und dieser mit einem Bootstau und einem alten für das fischen ausgelegten Neoprenanzug täglich nach der Schule mehrere Kilometer lief, das Surfboard unter dem Arm um die nächste Welle der Umgebung zu surfen.

Es verwundert nicht, Antonio Leopoldo auch Leo genannt war der kleine Junge und war von diesem Tag an der Surfsucht und vor allem dieser einen Welle verfallen. Leo hängte seine gerade beginnende Radrennfahrer Karriere an den Nagel und frönte der neuen Leidenschaft ohne auf Schimpf und Schande ein kiffender und nichts tuender Surfmaniak zu sein zu hören und wanderte Tag für Tag nach Supertubos ... aber das würde zu weit führen.

Wen wundert es, Mitinitiator der Party am 18 September war Leo, mit dabei als DJ Buddha und ich als Surfrookie mitten drin, es wurde gefeiert, es wurde getrunken, getanzt und sicherlich wanderte ab und an die Zigarette  mit den verbotenen Kräutern durch die Reihen.  Psychodelische Musik, tanzende Massen, der Strand war fast voll mit Partyvolk und das ganze bis zum Morgengrauen. Vor lauter Musik, tanzen und Gesprächen war mir nicht aufgefallen das die ersten Sonnenstrahlen und ein leichter Offshore Wind ein wahres Meisterwerk offenbarte, Supertubos war am feuern, der Fisch wird nach Jahren zwar immer größer, dennoch waren es damals gute 10 bis 12 Fuß Wellen.

Die perfekte Welle Supertubos

Ich konnte meine Augen nicht trauen, so hatte ich Supertubos noch nie gesehen, eine unbändige Schönheit, ein Line Up mit Wellen wie auf einer Perlenkette aufgereiht, durch den leichten Offshore Wind am frühen Morgen fast noch Glassy und wenn die Wellenlippe auf die Wasseroberfläche schlug ein leichtes Beben am Strand. Die Musik verstummte, ein erstes Jubeln und ein wildes Gerenne zum Auto und dem Surf Equipment begann. So sah ich Supertubos das erste Mal in voller Pracht, die ungebändigte Kraft und die wahre Schönheit nach einer den Sommer beendenden Party. Später wurde unsere Beziehung  auf die Probe gestellt, heute als Pattsituation bezeichnend oder als Haßliebe, denn oft hat mir diese Welle die absolute Glückseligkeit beschert, ebenso oft, hat Sie dieses Glück mit wahrer Power und Unbarmherzigkeit aus mir heraus geprügelt. Supertubos ist kein Spielplatz für Anfänger, kein Ort um sich das erste mal mit den Locals anzufreunde, Ricardo (Leos kleiner Bruder) hat es folgend in Worte gefasst, wenn Supers feuert, sind hier nur beste Freunde, aber da draussen im Line Up ist es Krieg, Krieg mit der Welle die dein Können herausfordert, Krieg mit den Freunden die genau so gierig sind wie Du selber, nach dem ultimativen Tuberide, nach der Zufriedenheit wenn Du das Monster gemeistert hast.

Surfbedingungen in Supertubos

Anfahrt:

Supertubos fährt man über die IP6 oder die N144 aus Richtung Lissabon kommend an, indem Ihr am Ortsschild Peniche die Ausfahrt zum "Praia do Supertubos" nehmt. Wenn die Welle läuft, ist der Parkplatz meist schon früh am Morgen sehr voll, aktuell wird man von der GNR (Guarda Nacional Republica) bei geplanter Übernachtung auf dem Parkplatz verscheucht. Aus Baleal kommend am X-ten Kreisverkehr links abbiegen, wer Supertubos nicht auf Anhieb findet, der sollte sich auch überlegen ob Surftravel wirklich sein Ding ist.

Swellrichtung:

Supertubos selber benötigt einen Südswell von  3 Fuß plus, darunter ist es eher Flat, klar kann man sich bei Low Tide im Shorebreak tummeln, aber auch hier hat die Welle schon so viel Kraft, das sie Surfbretter brechen kann. Südswell ab 4 bis 5 Fuß sind Ideal für eine erste Erfahrung mit Supertubos, am besten gepaart mit einer minimalen Brise aus Norden, und keine Panik, wer den Strand von früher kennt, die Fischfabrik und der quälende Fischgestank im Line Up gehören der Vergangenheit an.

Gezeit:

Die beste Gezeit für Supers ist Midtide, am besten ablaufend, dann saugt die Welle noch ein bischen stärker und fräst so schöne Barrels  in die man verschwinden kann. Bei Hightide bricht die Welle sehr sporadisch und dann ist der Turbo angesagt um die Lippe nicht auf die Mütze zu bekommen. Bei Lowtide in etwa das gleiche Spiel, meist hat man es dann mit Close Out Wellen zu tun und das ein oder andere offene Face schnappt sich dann derjenige der besser positioniert war.

Windrichtung:

Am besten natürlich Windstille, schöne glassy Barrels, oder aber ein sanfter Offshore Nordwind der die Welle ein klein wenig offen hält sind ideal. Wenn der Nordwind zu stark bläst, wird es immer problematischer die Welle anzustarten, da dieser einmal das Board beim anpaddeln wieder aus der Welle drückt auf der anderen der Offshore Spray immens stören kann, oder aber um das zu vermeiden muss der Take Off wirklich direkt am Peak und somit am steilsten Teil der Welle genommen werden. Alle anderen Windrichtungen sorgen dafür das Supertubos nicht perfekt bricht, sicherlich ist dies von der Stärke abhängig, dennoch kann man an solchen Tagen Spaß in Supertubos haben, zum einen ist es nicht so überfüllt und man kann sich in etwa ausmalen was die Welle bei perfekten Bedingungen zu bieten hat.

Untergrund:

als Beachbreak bracht man keine Angst vor harten Felsen, zackigen Vulkangestein wie bei einem Reefbreak zu haben, dennoch ist Supertubos nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Ein steil ansteigender Untergrund sorgt dafür, das sich die geballte Energie auf kurzer Strecke über den Sandbänken entlädt, diese Sandbänke können von Saison zu Saison shiften, da der Untergrund durch die brechenden Wellen und große Stürme stark verändert wird. Am besten ist der Untergrund gestaltet, wenn über die Sommermonate hinweg langsam die Sandbank aufgebaut wird und im Herbst dann die ersten großen Dünungshügel am Horizont herein rollen.

Locals (Localism):

grundsätzlich sind die Penicher Surfer und Locals sehr freundlich, nur wenn es um das eingemachte geht, wenn Supertubos feuert, dann verstehen diese natürlich keinen Spaß mehr, ähnlich wie die Möwen in "Find Nemo", mine, mine, mine .... Es empfiehlt sich wie überall auf der Welt als Gastsurfer nicht zu drängeln, unbedingt die Regeln sowohl beim ersten Kontakt mit Begrüßung als auch Positioning im Line Up und die Regeln der Vorfahrt (Priority Rules) aus dem FF zu beherrschen um den Lokalmatadoren kein Dorn im Auge und ein Brett im Wege zu sein.

Supertubos hat auch Tage an denen wirklich nur die absoluten Checker ins Wasser gehen und gehen sollten, an solchen Tagen kann man sich getrost in das nette Cafe am Strand setzen, seinen Galao und sein Bifana genießen (hey Max, gibts das Lava Schoko Croissont noch?) und zusehen wie an einem sechs Plus Tag, Leo mit seinem 6.4 Fish (er ist ja ne Kante) gemütlich in die ein oder andere Double Over Head Barrel zieht. Coole Fotos schießen, staunen und genießen.

Pura Vida Euer surf-house Team

 

 

equipment

glossar

Newsletter

Banner

Banner